Die Draufgänger

Neues Album – jung, frei, wildDie Draufgänger CD Cover

Die Draufgänger oder Kindheit war gestern!

Vier Draufgänger und eine Draufgängerin… Während die Buam auf der Traverse mit ihrem Leben hadern, bleibt die junge Dame ganz cool. Ihre Zehen baumeln über den Straßenschluchten und ihr Blick sagt: Macht euch nicht ins Hemd, alles ganz cool! Es war die Zeit, da haben sich Bauarbeiter auf dem Stahlträger hoch über der Stadt ihrer Lunchpakete angenommen, aber das ist lang vorbei. Heute ist auf der Traverse anderes angesagt: Jung, Frei, Wild!

Das Cover der neuen CD der Draufgänger macht Spaß. Kein Einheitsbrei, keine Band auf der grünen Wiese und wer glaubt, dass unter den fünfen tatsächlich New York tost, dem sei von Photoshop erzählt. Doch darum geht’s nicht, sondern viel mehr setzt schon das Cover ein Zeichen dafür, dass sich hier eine Band entwickelt hat, die auf ihre Art einfach anders und der Name „Draufgänger“ auch genau so gemeint ist.

Band plus Dame. Falsch: Band mit Dame! Seit den Kindheitstagen spielen die meisten von ihnen zusammen. Sie kannten sich aus der Musikschule, waren zwischen neun und elf Jahre alt, als sie begannen gemeinsam Musik zu machen. Sechs Jahre später, 2007, beim seligen Grand Prix der VolksMusik kam das Quintett ins Finale. Als jüngste Band der GP-Geschichte!

Seither ist viel geschehen und so ganz nebenbei bewahrheitet sich ein alter Spruch: Früh übt sich, wer ein Meister werden will. Die Draufgänger sind heute Meister. Master Of Ceremony! Wenn die Band auf der Bühne steht, dann heißt es in erster Linie Party All The Time. „Stille im Zelt ist für uns fast unerträglich“, sagen sie und erst wenn sich vor der Bühne die Leute staunen, fühlen sich die Draufgänger in ihrem Element.

Jung, Frei, Wild heißt die neue CD. Es sind 14 Titel und der Titelsong eröffnet das Album. „Es ist der für uns Draufgänger typische Mix aus harten, knappen Rock-Riffs, Brass-Section und Quetschn. Es geht ums Feiern, die Sau rauslassen“, erklärt die Band unisono. Am Samstag-Abend einfach nix anbrennen lassen und der Sprit dazu kommt aus den kleinen, braunen Flaschen mit dem Hirsch und dem Kreuz drauf. Kompromisse? Dazu ist am Montag immer noch Zeit!

„Beim Fest“ kennt man als „Go West“, nur der Text ist halt doch um einiges rustikaler und klar, das Ding fährt einfach und dass da im Zelt niemand sitzen bleibt, ist keine Frage sondern Fakt.

Und ja, sogar zwei Balladen gibt’s auf der CD. Das berührende – „Hoamat“ und „Sag mir was du fühlst“ – ein Liebeslied. Großes Kino der Emotionen, stimmlich großartig. Die andere Seite der Draufgänger.

Es rockt, rollt, Volksmusik spielt genauso eine Rolle wie coole Anleihen an die Blues-Brothers. „Heuwagen“, „Las Vegas in den Bergen“ oder „Roadtrip“ zeigen, dass sich die junge Band um keine Konventionen schert. Und das ist gut so. Der Blick über den musikalischen Tellerrand bringt auch so Songs wie „Is mir egal“ aufs Album. „Bei DSDS hat sich ein Karim damit versucht und der wurde von Dieter Bohlen nachhause geschickt. Der Song ist trotzdem ein aufgelegter Elfer für uns“, sind sich die Draufgänger sicher, denn „Is mir egal“ groovt wie Sau, klingt wie Oberkrain auf Magic Mushrooms und hat Hymnencharakter.

Wie gesagt: Macht euch nicht ins Hemd, alles ganz cool! Draufgänger mit Draufgängerin halt, so wie sie sind, die fünf Steirer. Kindheit war gestern, heute liefern sie den Soundtrack zum Abfeiern. Die Draufgänger, heute ist vieles anders als früher: Jung, Frei, Wild.